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aus Kamp-Lintfort, 74 Jahre
Ich bin seit 2008 ehrenamtlich tätig beim Verein LesART e.V. als Vorleserin

Darum engagiere ich mich:
Ich erinnerte mich daran, wie ich als Schülerin des 8. Schuljahres in der Volksschule Rossenray, in der wir ja vom 1. bis 8. Schuljahr in einem Klassenraum waren, den I-Dötzchen zur Einschulung vorlesen durften. Die strahlenden Kinderaugen hatte ich nicht vergessen. Es ist immer wieder schön, die Wertschätzung der Kinder aber auch der Mitarbeiter*innen der Kindertagesstätte zu erfahren.

Wie bin ich zum Ehrenamt gekommen:
Ich ging 2008, nach 32 Jahren Tätigkeit bei der Stadt Kamp-Lintfort, in den Vorruhestand. Einerseits freute ich mich riesig darauf, mit meinem ersten Enkelkind Zeit verbringen zu können, andererseits dachte ich aber auch daran, mich ehrenamtlich zu engagieren. Ich war 24 Jahre beim Amt für Soziales und Wohnen tätig und wurde mit vielen Sorgen der Menschen konfrontiert, besonders in den letzten 10 Jahren als Pflegeberaterin. Ich fragte mich also, ob ich mich ehrenamtlich in diesem Bereich engagieren sollte? Genau zu diesem Zeitpunkt kam ein Aufruf des Vereins LesART, dass für Schulen und Kindertageseinrichtungen Vorlesepaten gesucht wurden. Ich nahm an einer von LesART e.V. angebotenen Schulung teil und las zunächst ein paar Jahre in einer Grundschule vor. Aus Krankheitsgründen musste ich einige Zeit als Vorlesepatin pausieren. Seit 2013 lese ich den Kindern in der AWO Kita Kirchenkampstraße im Gestfeld vor.

Mein Engagement umfasst:
Ich benutze beim Vorlesen das „Kamishibai“, ein sogenanntes Erzähltheater. Das Kamishibai ähnelt auf den ersten Blick einem Puppentheater. Statt Handpuppen werden in den Bühnenrahmen aber Bildkarten eingeschoben, die Bilder einer fortlaufenden Geschichte zeigen. Dies macht es möglich, mit einem gewissen Abstand zu den Kindern vorzulesen, während die Bilder zu den Geschichten im DINA3-Format in Theaterkulisse gezeigt werden.

Mein schönstes Erlebnis im Ehrenamt:
Die Kinder begrüßen mich immer freudig und lautstark mit den Worten: „Die V o r l e s e r i n   ist daaa!!“ Die Kinder lieben das Vorlesen mit dem Erzähltheater. Die Geschichte vom „Grüffolo“ ist ihre Lieblingsgeschichte und jede Woche ein „muss“. Auch von den Bremer Stadtmusikanten sind die Kinder begeistert. Mit lauten Iahen, Bellen, Miauen und Krähen helfen die Kinder mit, die Räuber zu vertreiben. Ich bin richtig dankbar dafür, solch eine schöne ehrenamtliche Aufgabe erfüllen zu dürfen. Ich freue mich immer, wenn die Kinder mir freudestrahlend mit den Worten: „Gertrud, das habe ich für dich gemalt!“ ein Bild überreichen. Während eines Krankenhausaufenthaltes habe ich Genesungswünsche mit den Fingerabdrücken vieler Kinder bekommen. Da geht einem doch das Herz auf! 

 

 


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